
Also, uns stecken ja noch immer die Gürkchen und die Schnittchen vom Eurovision-Song-Contest-Buffet vor Entsetzen im Hals. Dabei fing alles so (überraschend) schön an - ein hochprofessioneller Beyonce-Klon im schwingenden Glitzerröckchen nach dem anderen, die meisten Teilnehmer konnten tatsächlich singen und das, was komisch wahr, war in den meisten Fällen auch so gemeint......nun ja, wenn man mal von der Piratengruppe aus Lettland absieht (deren Mitglieder meinem Sitznachbarn zufolge wirkten wie verkleidete Pornostars), und natürlich der Himmel/Hölle-Darbietung aus Aserbaidschan, oder dem Schlittschuhläufer (Olympiasieger Jewgeni Pluschenko) im russischen Beitrag (der auch schon wieder von Timbaland produziert worden war und tatsächlich gewann),......na schön, es gab sie immer noch, die provinzielle Bizarrheit, die den Eurovision Song Contest ja eigentlich auch ausmacht. Es kommt halt nur nicht mehr ganz so dicke wie früher - nun, wenn man das dicke Ende für Deuschland außer Acht ließe - was wir unmöglich können, denn DAS gibt nun wirklich Rätsel auf. So richtig traute man seine Augen nicht, als es von 43 Ländern nur zweimal Punkte für die No Angles gab - einmal 2 von der Schweiz und ein einmal 12 von Bulgarien, weil Bulgarien die rothaarige Lucy glücklicherweise so lieb hat. So landete Deutschland auf dem 23. Platz - zusammen mit Polen (das von einer Amerikanerin vertreten wurde) und England, die es auch jeweils nur auf 14 Punkte brachten. Objektiv sind die Ergebnisse des Gesangswettbewerbes ja nie, und auf Nachbarschaftshilfe konnte Deutschland ja auch nie groß setzen - aber wenn die Ablehnung so offensichtlich und so unfair ist, dann kann man im Eifer des Gefechtes zwischen Bowle und Käsewürfel schon mal ganz kurz darüber nachdenken, den diesjährigen Sommerurlaub von Spanien in die Schweiz zu verlegen. Denn ganz ehrlich: Lucy und Co. betreiben ihr Geschäft auch nicht erst seit gestern. Die Töne saßen, die Haare auch - die Röcke waren kurz, die Windmaschine bließ, der Song "Disappear" war bereits in einigen europäischen Ländern in den Charts - da gab es nichts zu meckern, jedenfalls nicht im Hinblick auf den Anlass und schon gar nicht im Vergleich mit weiten Teilen der Konkurrenz. Was wäre also die Strategie für das kommende Jahr in Russland? Wir finfden, man sollte die Außenseiterrolle auch mal wieder konsequent mit Außenseiter-Kühnheit spielen - vielleicht weiß Guildo Horn ja Rat. ; )
Foto: ndr



